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Muawiya I.

Der erste umayyadische Kalif Muawiya wurde um 603 in Mekka geboren und starb im Jahre 680 in Damaskus. Er regierte als Gründer der ersten islamischen Herrscherdynastie, der Umayyaden von 661-680. Bis zur Eroberung von Mekka durch den Propheten Muhammad gehörten er und seine Familie zu den schärfsten Feinden des Propheten.

Muawiya als Statthalter von Damaskus

639 wurde Muawiya vom zweiten Kalifen Umar (reg. 634-644) zum Statthalter von Damaskus ernannt. Die ehemalige Provinz des byzantinischen Reiches zählte zu einer der reichsten und lukrativsten Provinzen im noch jungen islamischen Reich. Die Provinzhauptstadt Damaskus wurde zu einer der wichtigsten muslimischen Garnisonsstädte ausgebaut. Als Statthalter von Syrien verfügte Muawiya über ein kampferprobtes erfolgreiches Heer. Zudem hatte er eine schlagkräftige muslimische Flotte im Mittelmeer aufgebaut, mit der er sogar die bis dahin im Seekrieg überlegenen Byzantiner im Jahre 655 besiegen konnte. Seine Landstreitmacht stieß im Jahre 663 kurzfristig über Anatolien mitten durch das byzantinische Kerngebiet bis zum Bosporus vor. Die Einnahme von Konstantinopel, der Hauptstadt des byzantinischen Reiches, scheiterte jedoch.

Nach der Ermordung des dritten Kalifen Uthman (reg. 644-656) verweigerte Muawiya dem vierten Kalifen und Schwiegersohn des Propheten Ali Ibn Abu Talib (reg. 656-661) den Treueid und beanspruchte selbst das Kalifat. Der folgende Bürgerkrieg (arab. fitna) ist als erste Fitna (656-661) in die islamische Geschichtsschreibung eingegangen. Der Bürgerkrieg endete mit der Ermordung des vierten Kalifen Ali ibn Talib im Jahre 661.

Das Kalifat von Muawiya I.

Muawiya ging als Sieger aus den Kämpfen der ersten Fitna und der Ermordung des Kalifen Ali im Jahre 661 hervor. Er übernahm das Amt des Kalifen und gründete das umayyadische Kalifat von Damaskus. In den folgenden Jahren konnte er sich auch gegen die Söhne des ermordeten Kalifen Ali, Hasan und al-Husayn, behaupten. Sie beanspruchten ebenfalls die Nachfolge auf das Amt des Kalifen für sich. Während der Regierungszeit von Muawiya I. erfolgten weitere bedeutende islamische Eroberungen in Richtung Ostiran. Im Jahre 667 stießen seine Heere erneut bis Konstantinopel vor. Er musste jedoch die Belagerung abbrechen. Für vier Jahre zahlte daraufhin das byzantinische Reich Tribut an Muawiya I.

Zudem organisierte Muawiya I. sein neues Reich mit Hilfe des übernommenen byzantinisch-christlichen Verwaltungsapparates. Christen waren sogar bis etwa 700 eine wesentliche Stütze der Verwaltung im Reich der Umayyaden. Am Ende seiner Regierungszeit gelang es Muawiya I. eine sichere Nachfolge für seinen Sohn Yazid I. (gest. 683) zu arrangieren. Damit wurde er zum Begründer der ersten Herrscher-Dynastie der islamischen Geschichte.