© Habib M’henni, [Public domain], via Wikimedia Commons

Koran

Arab.: „Rezitation, Vorzutragendes, Lesung“

Koran, arab. qur’an, kann mit „Rezitation, Vorzutragendes, Lesung“ übersetzt werden. Arabische Lexikographen leiten das Wort von der arabischen Konsonantenwurzel „q-r-`“ ab, was „aufsagen, rezitieren“ bedeutet.

Der Ursprung dieses Wortes liegt vielleicht in den christlich-syrischen Schriftlesungen und Bibelstunden der zahlreichen christlichen Gemeinden in Arabien. Dem Propheten Muhammad waren diese Gottesdienste sehr wahrscheinlich bekannt und vertraut. Zahlreiche Hinweise deuten darauf hin, dass zu Lebzeiten des Propheten Muhammad das Wort bereits im Sinne von „Vorzutragendes“ oder „Rezitation“ von Arabern gebraucht wurde. So werden z.B. zahlreiche Koranverse bereits in diesem Sinne als Befehl „trag vor“ oder „rezitiere“ eingeleitet:

„Rezitiere:
Im Namen deines Herrn, der geschaffen hat,
geschaffen hat den Menschen aus einem Blutklumpen!
Rezitiere:
Dein Herr ist der edelmütigste,
der durch das Schreibrohr gelehrt hat,
den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste!“
(Sure 96, Vers 1-5)

Der Koran und die heiligen Schriften von Christen und Juden

Arabische Lexikographen des Mittelalters vertraten schließlich die Meinung, das Wort Koran sei einer der Namen, die für das Buch Gottes stehe, welches sich bereits seit Urzeiten bei Gott befände. Koran sei somit nur ein anderer Name für das Buch, das z. B. Christen als „Evangelium“ und Juden als „Thora“ bezeichnen. Sprache und Aufbau des Korans unterscheiden sich jedoch erheblich von den Büchern der Thora und den Evangelien bzw. den zusammengefassten neutestamentlichen Schriften des Christentums.
Dort findet man äußerst unterschiedliche Textformen, die von historischen Schriften, über Briefe, Psalmen, Offenbarungen, Erzählungen, Weisheitssprüchen, Gleichnissen bis hin zu Gesetzestexten reichen. Sie sind zudem teilweise über Jahrhunderte immer wieder neu überarbeitet worden und in ihrem Inhalt gewachsen. Von ihrem sehr poetischen Charakter her werden die Suren des Korans häufig mit den Psalmen Davids verglichen, die ebenfalls als heilige Schrift im Koran anerkannt sind.

Im Glauben der Muslime gilt der Koran als die schriftlich festgehaltene Erinnerung an die Offenbarungen, die der Prophet Muhammad von Gott innerhalb von einem Zeitraum von ca. 21 Jahren erhalten hat. Der Text des Korans ist daher nach muslimischer Überzeugung authentisches Gotteswort. Sein Inhalt entspricht zudem einer bei Gott aufbewahrten Vorlage. Die christlichen und jüdischen Bücher gelten dagegen als verfälschte Schriften, die durch die Offenbarungen an Muhammad korrigiert wurden.

[wpdreams_rpp id=0]