© Habib M’henni (User:Dyolf77), [Public domain], via Wikimedia Commons

Wie ist eine Sure aufgebaut?

Eine Sure besteht aus der Überschrift, der einleitenden Schutzformel und dem nachfolgenden Text:

Die Überschrift der Sure

Die Überschriften von Suren gehören nicht zum ursprünglichen Text der Offenbarung an Muhammad. Sie sind sinnvolle spätere Zusätze, die als Erinnerungshilfen sehr nützlich für die Zuhörer Muhammads gewesen sind. Wahrscheinlich haben die Redakteure der ersten Sammlungen von Texten der Offenbarung diese Überschriften geschaffen oder aus der mündlichen Tradition übernommen. Die Offenbarungen wurden vom Propheten Muhammad und seinen Gefährten zunächst mündlich weitergegeben und auswendig gelernt. Die Überschriften beziehen sich daher häufig auf wichtige Gedanken und Botschaften im Text der Sure oder auf ein Wort, das in dieser Sure sehr häufig vorkommt. Man könnte sie also auch als praktische Stichworte für die Vortragenden und Zuhörer betrachten.

Die Schutzformel der Sure

Am Anfang jeder Sure steht immer eine Schutzformel gegen den Satan, z.B.: „Im Namen Gottes des Barmherzigen, des Erbarmers.“

Der Text der Sure

Die kürzeren Suren sind leicht einzuordnen und in ihrer Aussage übersichtlich. Unter ihnen finden sich Gebete und zentrale Bekenntnisse, wie Sure 1 oder Sure 112. Schwieriger wird es mit den besonders langen Suren, deren Text mehrere Seiten im Koran füllen. Sie behandeln häufig verschiedene Themen. Wenn man jedoch genauer hinschaut, kann man Sinnabschnitte erkennen, die durch gemeinsame Themen inhaltlich verbunden sind (z.B. Sure 73).

Sure 73 besteht z.B. aus drei sprachlich und inhaltlich unterschiedlichen Abschnitten. Von Vers 1-14 wird der Prophet Muhammad angewiesen, dass er nicht fliehen soll, sondern sich für den Empfang der Offenbarungen vorbereiten möge. Die Verse 15-19 berichten von der Geschichte der Menschheit, die auf das Strafgericht hinausläuft. Der letzte Vers 20 ist ein besonders langer Vers und behandelt den Lohn im Jenseits. Die drei Abschnitte scheinen aus drei verschiedenen Lebensphasen des Propheten und der frühen islamischen Gemeinde zu stammen. Die Verbindungen bestehen zwischen den Abschnitten 1 und 2 durch das Thema Unglaube. Das Thema nächtlicher Gebetsübungen verbindet Abschnitte 1 und 3. Belohnung und Strafe sind zudem Themen, die die Abschnitte 2 und 3 verbinden.

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