Fatima bint Muhammad

Die Tochter des Propheten Muhammad starb im Jahre 632. Über ihr Geburtsjahr geben schiitische und sunnitische Quellen unterschiedliche Hinweise. So geben die islamischen Quellen Daten an, die in einem Zeitraum zwischen den Jahren 605 bis 615 liegen.

Die Wertschätzung von Fatima bin Muhammad in der islamischen Welt

Nach schiitischer Lehre war sie die einzige Tochter des Propheten mit seiner ersten Ehefrau Hadidscha bint Huwailid (gest. um 619). Sunnitische Quellen geben an, dass sie noch drei ältere Schwestern gehabt hat, die ebenfalls Töchter des Propheten waren. Für Schiiten zählt sie zudem zu den „Vierzehn Unfehlbaren“.

Nachfahren aus der Familie des Propheten berufen sich ausschließlich auf ihre Abstammung von Fatima, da sie das einzige Kind des Propheten war, welches das Erwachsenenalter erreichte. Sie führen den Ehrentitel Scharif oder Sayyid im Namen.

Auch Sunniten schätzen und ehren Fatima wegen ihrer vorbildlichen Frömmigkeit und ihrem Leben in Armut im Dienste für Bedürftige. So ist Fatima sicherlich bis zum heutigen Tage einer der häufigsten und populärsten Mädchennamen für Musliminnen und Muslime.

Im Iran wird ihr Geburtstag als Muttertag landesweit gefeiert. Ihr Tod wird von Schiiten als Martyrium gewertet, dem sie im Monat Dschumad al-auwal an zwanzig Festtagen gedenken.

Die große Verehrung für ihr Glaubensleben drückt sich auch in zahlreichen Beinnamen für Fatima aus. So wird sie „die Strahlende“ (arab. az-Zahra) oder auch „Fatima Zahra“ genannt.

Fatima im Koran

Obwohl Fatima selbst nie direkt im Koran erwähnt wird, sehen islamische Gelehrte doch einige Hinweise auf ihre Persönlichkeit und ihr Leben im Koran. Z. B.: Sure al-Ahzab 33:33; Sure al-Kauthar und Sure asch-Shura 42:23

Heirat und Tod von Fatima bint Muhammad

Fatima heiratete Ali ibn Abu Talib im Jahre 623. Aus ihrer Ehe stammten die Söhne Hasan und al-Husayn, die nach schiitischer Überzeugung in dieser Folge als zweiter und dritter Imam nach ihrem Vater Ali gelten. Nachfahren aus der Linie über al-Husayn bezeichnen sich als Sayyid und tragen einen schwarzen Turban, während Nachfahren von Hasan den Ehrentitel Scharif im Namen führen und einen weißen Turban tragen.

Zur Ursache ihres Todes gibt es in den sunnitischen und schiitischen Quellen unterschiedliche Überlieferungen. So soll es unmittelbar nach dem Tode des Propheten Muhammad (gest. 632) einen Streit um die Einkünfte der Oase Fadak, sowie den Loyalitätseid zwischen der Fraktion um Ali und Fatima und dem ersten Kalifen Abu Bakr (gest. 634) und seinem Unterstützer, dem späteren zweiten Kalifen Umar (gest. 644) gegeben haben. Die hochschwangere Fatima wurde, nach schiitischen Überlieferungen, bei diesem Streit verletzt, verlor ihr Kind und verstarb schließlich an den Folgen der Verletzung.

Sunnit*innen lehnen diese Version ab, obwohl es auch in ihren Quellen Hinweise auf den Konflikt gibt. Ihr Ehemann Ali ibn Abu Talib begrub sie daraufhin heimlich, so dass unterschiedliche Ortsangaben in islamischen Quellen zu finden sind.